Manche Trainingsmomente fühlen sich leicht an. Andere bringen uns an unsere Grenzen. Der Hund hört plötzlich nicht mehr, das Signal „sitzt nicht“, draußen wird alles schwierig – und in uns steigt Frust auf. Genau hier entscheidet sich, wie nachhaltig Training wirkt: Nicht durch Druck oder Perfektion, sondern durch Ruhe, Fairness und echtes Dranbleiben.

Denn Lernen ist kein gerader Weg. Es ist ein Prozess – für Hund und Mensch.

🌿 Erst wir – dann der Hund: Warum dein Nervensystem den Ton angibt

Hunde sind Meister darin, unser inneres Klima zu lesen. Noch bevor wir etwas sagen, spüren sie, ob wir angespannt, genervt oder ruhig sind. Unser Nervensystem wirkt wie ein Stimmgerät für ihres.

Wenn wir innerlich unter Strom stehen, wird es für den Hund schwer, sich zu regulieren. Wenn wir dagegen selbst langsamer werden, bewusster atmen, unsere Schultern entspannen – geben wir dem Hund unbewusst die Erlaubnis, das Gleiche zu tun.

Regulation beginnt nicht beim Hund. Sie beginnt bei uns.

🐾 Fair bleiben heißt: Unterstützen statt überfordern

Nicht jedes Verhalten ist „Ungehorsam“. Oft ist es Überforderung, Unsicherheit, Stress oder schlicht fehlendes Verständnis. Fair zu bleiben bedeutet:

  • dem Hund Aufgaben zu geben, die er schaffen kann
  • Fehler als Information zu sehen, nicht als Widerstand
  • Hilfe anzubieten, statt Druck aufzubauen

Ein fairer Trainingsschritt fühlt sich für den Hund machbar an – nicht wie ein Sprung ins kalte Wasser, sondern wie eine Brücke, die er betreten kann.

🔁 Dranbleiben heißt nicht: Durchziehen – sondern anpassen

Viele geben nicht auf, weil sie faul sind, sondern weil sie erschöpft sind. Weil sie alles „richtig“ machen wollen – und trotzdem nicht weiterkommen. Doch Dranbleiben heißt nicht, immer dasselbe zu wiederholen. Es heißt:

  • Pausen machen dürfen
  • Schritte verkleinern
  • Umwege gehen
  • neu erklären statt insistieren

Manchmal ist der mutigste Trainingsschritt: einen Gang zurückzuschalten.

Und genau dort entstehen oft die größten Fortschritte.

🧠 Das Nervensystem beruhigen – Lernen erst möglich machen

Ein Hund im Stress kann nicht lernen. Punkt. Sein Nervensystem ist dann im Überlebensmodus – nicht im Lernmodus. Deshalb ist echte Veränderung nur möglich, wenn wir zuerst für Sicherheit sorgen:

  • durch ruhige, vorhersehbare Abläufe
  • durch sanfte Signale statt laute Stimmen
  • durch Pausen, Schnüffeln, Bewegung, soziale Nähe
  • durch Verlässlichkeit statt Überraschung

Ein regulierter Hund ist kein „braver“ Hund – sondern ein Hund, der sich sicher fühlt.

🌱 Kleine Schritte, große Wirkung

Manchmal sieht Training von außen unspektakulär aus:
Ein ruhiger Blick statt eines perfekten Sitz.
Zwei Sekunden Orientierung statt sofortigem Rückruf.
Ein Atemzug Pause statt sofortigem Weitermachen.

Doch genau diese kleinen Schritte verändern langfristig alles.

Nicht weil der Hund „funktioniert“ –
sondern weil er verstanden wird.

❤️ Dranbleiben & fair bleiben – das ist Beziehungstraining

Erfolg im Hundetraining ist kein Zustand. Es ist eine Beziehung in Bewegung.
Mit Rückschritten, Durchbrüchen, Umwegen und Momenten des Zweifelns.

Doch wenn wir bereit sind,

  • uns selbst zu regulieren,
  • dem Hund fair zu begegnen,
  • Pausen zuzulassen,
  • Schritte anzupassen,

dann entsteht etwas Tieferes als Gehorsam:
Vertrauen. Verbindung. Sicherheit.

Und daraus wächst echtes Lernen.

✨ Unterstützung für Mensch & Hund: Tellington TTouch

Mir persönlich hilft dabei besonders Tellington TTouch® – sowohl für mich als auch für die Hunde, mit denen ich arbeite. Die sanften Körperarbeiten, bewussten Bewegungen und gezielten Bodenübungen unterstützen das Nervensystem dabei, aus Stress in Regulation zu kommen, fördern Körperwahrnehmung, Vertrauen und Lernfähigkeit.

Genau diese innere Balance macht es möglich, fair zu bleiben, dranzubleiben und neue Wege zu gehen – ohne Druck, sondern mit Verbindung.

👉 Im Mai und Oktober gibt es dazu wieder Seminare, in denen du diese Arbeit für dich und deinen Hund praktisch erleben und vertiefen kannst. Infos dazu findest du unter den aktuellen Terminen.